Gemüsegärtner – die Vitaminprofis

 

Schon mal in ein Tomaten-Gewächshaus gestanden? Palmkohl probiert? Blaue Schweden ausgebuddelt? Nö? Lohnt sich aber, genau wie der Beruf Gemüsegärtner: Hipp, sinnvoll, abwechslungsreich und definitiv zukunftsweisend!

Gemüsegärtner – was machen die?

Der Gemüsebau ist derzeit angesagt wie nie! Das Verbraucherinteresse an frischen, regionalen Produkten, eine riesige Sortenvielfalt und wiederentdeckte alte Gemüsearten machen den Gemüsebau zur aktuell vielleicht hippsten Fachrichtung des Gartenbaus. Gemüsegärtner sorgen dafür, dass der Nachschub für Veggies und alle anderen Gemüsefans nicht abreißt. Der erfolgreiche Anbau beginnt schon bei der Planung, denn manche Gemüse sind gute Nachbarn, während andere gar nicht miteinander können. Bei der Flächenaufteilung berücksichtigen die Gemüsegärtner daher, welche Arten besser nicht direkt neben- oder nacheinander angebaut werden. In Gewächshäusern lässt sich die Anbausaison theoretisch auf das ganze Jahr ausdehnen, denn mithilfe modernster Gewächshaustechnik steuern Gemüsegärtner die Belichtungsintensität und -dauer, Temperatur, Luftfeuchte, Bodenfeuchte und Nährstoffversorgung. Manches kultivieren Gemüsegärtner sogar erdlos. Das sieht sehr abgespaced aus, wenn Tomaten zum Beispiel in mit Nährlösung getränktem Steinwollesubstrat wachsen!

 

Von der Bodenvorbereitung und der Aussaat oder Pflanzung über die Unkrautregulierung bis zur Ernte setzen die Gemüsegärtner zahlreiche Maschinen ein. Nachhaltigkeit ist übrigens nicht nur im Bio-Anbau ein riesen Thema und es gibt unzählige clevere Ansätze: Marienkäfer zur Blattlausbekämpfung beispielsweise oder Streichelwagen für Basilikum, die für robustere Pflanzen sorgen (kein Witz!). Die Aquaponik, bei der Fisch- und Pflanzenzucht kombiniert werden. Oder das sogenannte „Natural Branding“, also die Laserbeschriftung von Gemüse, dank der Umverpackungen entfallen. Apropos, ums Reinigen, Verpacken und Etikettieren kümmern sich die Gemüsegärtner natürlich ebenfalls. In direktvermarktenden Gemüsebau-Betrieben helfen sie zudem bei der Warenpräsentation und im Verkauf.

Gemüsegärtner – wo arbeiten die?

Unterschiede ergeben sich vor allem aus der Größe und Struktur des jeweiligen Gemüsebaubetriebs: Vom Kleinstbetrieb, der eine große Produktvielfalt ausschließlich über Direktvermarktung absetzt, bis zu Großunternehmen mit vielen Hektar Anbaufläche gibt es alle nur denkbaren Größenordnungen von Gemüsebau-Betrieben. Gerade in städtischen Gebieten führen die sozialen Aspekte der Nahrungsmittelerzeugung dazu, dass sich aktuell immer mehr Gemüsegärtner genossenschaftlich organisieren.

 

Ansonsten hängt der Arbeitsplatz vor allem von den angebauten Kulturen ab. Wärmeliebendes Gemüse wie Tomate, Paprika wachsen im Gewächshaus. Spargel, Kohl und Co. im Freiland. Auch Packräume und Lagerhallen gehören zum Arbeitsplatz der Gemüsegärtner. Bei direktvermarktenden Betrieben kommen darüber hinaus meist der Hofladen sowie regionale Wochenmärkte hinzu.

Einwandfrei! Wie werde ich Gemüsegärtner?

Zu den Grundvoraussetzungen für den Beruf Gemüsegärtner zählen ein grundsätzliches Interesse an Pflanzen sowie ein hohes Maß an Zuverlässigkeit. Die Fähigkeit, im Team zu arbeiten und ein Grundverständnis für Mathematik und (Computer-)Technik sind für Gemüsegärtner ebenfalls hilfreich. Im Gemüsebau findet sich aber für nahezu jeden Anspruch der passende Betrieb. Manche Gemüsebau-Unternehmen spezialisieren sich auf einige wenige, aber anspruchsvolle Kulturen – etwa auf die Spargelproduktion oder auf den Anbau von Gurken, Tomaten und Paprika. Solche Gemüsegärtnereien sind optimal für Perfektionisten, und für alle, die schnell eine gewisse Arbeitsroutine erlangen möchten. Andere Gemüsegärtner bieten eine große Arten- und Sortenvielfalt an, die ein entsprechend breites Fachwissen und vielfältige Tätigkeiten mit sich bringt. Wer Abwechslung liebt, ist hier genau richtig.

Im Hofladen oder auf dem Markt erhalten Gemüsegärtner, die gut mit Menschen können, viel positives Feedback.

Wie läuft die Ausbildung zum Gemüsegärtner ab?

Bei der dualen Gemüsegärtner Ausbildung sind Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt. An bestimmten Wochentagen oder blockweise besuchst Du die Berufsschule. Dort eignest Du Dir das notwendige Grundlagenwissen an. Dieses Wissen kannst Du bei der praktischen Arbeit im Ausbildungsbetrieb direkt anwenden und weiter ausbauen. Nach etwa der Hälfte der Ausbildungszeit erfolgt eine Zwischenprüfung. Sie soll Dir helfen, Deinen aktuellen Stand einzuschätzen, damit Du etwaige Lücken zügig schließen kannst. Am Ende der Ausbildung steht eine Abschlussprüfung. Zwischen- und Abschlussprüfung bestehen jeweils aus einem schriftlichen, mündlichen und einem praktischen Teil.

Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. Wer bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen oder einen höheren Schulabschluss wie Fachabitur und Abitur hat, kann die Zeit um bis zu einem Jahr verkürzen. Bei besonders guten Leistungen kannst Du die Abschlussprüfung vorzeitig ablegen; brauchst Du noch etwas Zeit, um Deinen Beruf richtig zu erlernen, kann die Ausbildungsdauer auch verlängert werden.

Was verdient ein Gemüsegärtner?

Das Gehalt während Deiner Ausbildung zum Gemüsegärtner hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa von der Ausbildungsdauer und vom Bundesland, in dem Du Deine Lehrstelle antrittst.

In der Tabelle sind die durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen angegeben.

Alle Bundesländer (außer Thüringen):

  1. Ausbildungsjahr durchschnittlich 615 Euro
  2. Ausbildungsjahr durchschnittlich 687 Euro
  3. Ausbildungsjahr durchschnittlich 763 Euro

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung hängt das Gehalt eines Gemüsegärtners vom Aufgabengebiet und dem Anspruch der Tätigkeiten ab sowie vom Betrieb selbst. Berufseinsteiger verdienen jährlich zwischen 25.000 und 30.000 brutto. Die Spanne kann in diesem Beruf beträchtlich sein, insbesondere, wenn Du die vielfältigen Fortbildungsmöglichkeiten nutzt.Mit bestandener Meisterprüfung sind sogar bis zu 50.000 Euro brutto drin.

Ausbildung als Gemüsegärtner fertig – und dann?

Regional erzeugtes Gemüse boomt, entsprechend gut sind die Aussichten für engagierte Gemüsegärtner.

Vielleicht hast Du während Deiner Ausbildung auch Lust auf mehr bekommen, strebst mittelfristig die Meisterprüfung an oder möchtest noch ein Studium dranhängen? Letztere ist mit entsprechender Berufserfahrung sogar ohne Hochschulreife möglich!

Immer eine gute Idee: Mach ein Praktikum!

Die allermeisten Betriebe freuen sich sehr über Dein Interesse und geben Dir gerne die Gelegenheit, in ihren Arbeitsalltag hineinzuschnuppern. Haben beide Seiten das Gefühl, dass es passt, springt dabei auch ganz schnell mal ein Ausbildungsplatz heraus. Finde jetzt Deinen Betrieb in Deiner Nähe!

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